Verwoben

Waehrend die Polizei und das Militaer weiter unter Lebensgefahr Razzien in den Reichenvierteln durchfuehren, hoere ich mir Theorien darueber an, was alles falsch gelaufen ist. Zugegebenermassen ist die Quelle dieser Theorien auf die Familie K. beschraenkt, spiegelt also nicht zwangslaefig die Gesamtstimmung im Land wieder.
Hin und wieder finde ich in diesen Theorien Dinge, die mir nicht ganz logisch vorkommen oder Thesen, die mit einer Vehemenz geaeussert werden, die mich misstrauisch macht.
Es ist schon komisch, dass relativ grosse Waffenarsenale so lange unentdeckt bleiben konnten, dass jetzt “ploetzlich” riesige Schwertersammlungen in Moscheen gefunden werden und der Supergau ist natuerlich, dass Warnungen von Geheimdiensten ignoriert wurden, die vor Anschlaegen wie diesem gewarnt haben. Anstatt die Verantwortung zu uebernehmen und abzutreten, feuert der Praesident jetzt alle Anderen, nur um sie kurz darauf wieder einzustellen. Die Familie haelt nicht viel von dem jetzigen Praesidenten. Ihrer Meinung nach haette er nie die Sicherheitsmassnahmen, die nach dem Krieg galten, aufheben duerfen. Er hat dies angeblich auf Druck des Auslands getan. “Sicherheitsmassnahmen”, das sind Checkpoints an den Strassen, Hausdurchsuchungen ohne richterlichen Beschluss, eine grosse Praesenz des Militaers im Land und nicht zuletzt die Todesstrafe (welche auch Regierungskritikern angedroht wird). Der Held hier ist der vorherige Praesident Rajapaksa, welcher auch den Buergerkrieg 2009 beendete. Dies geschah mit groesster Brutalitaet. In der letzten Offensive auf die Tamilen-Stuetzpunkte starben in weniger als einem Monat 40 000 Menschen. Die Tamilen benutzten Zivilisten als Schutzschilde, die Singahlesen scherten sich nicht daran. Sie bombardierten Krankenhaueser, beschossen Fluechtlinge und veranstalteten Massenhinrichtungen. Die UN beweist beiden Seiten Kriegsverbrechen. Doch davon will hier niemand etwas hoeren. Die Tamil Tigers waren diejenigen, die grausam waren und die Progrome gegen die Tamilen, die 1983 den Beginn des Buergerkriegs markierten, waren dagegen laecherlich und sind ja jetzt auch schon so lange her. Diese Haltung setzt sich dann auch im aktuellen Thema fort. Niemand hier hat (angeblich) von den Angriffen buddhistischer Moenche (!) auf Moslems im letzten Jahr gehoert. Buddhisten nutzen keine Gewalt! Und wenn sie es tun, dann nur -aeusserst berechtigt- um sich zu verteidigen. Punkt. Und so verwebt sich der ehemalige ethnische Konflikt mit dem neuen religioesen.

P.S. Wer ueber die Geschichte Sri Lankas in etwas unterhaltsamerer Romanform lesen moechte, dem sei “funny boy” von Shyam Selvadurai empfohlen.

One thought on “Verwoben

  1. The translation didn’t quite work – some key words (expressions in German) didn’t come through, but I think I may have gotten the general meeting.

    What town are you in?

    Last night (Easter Sunday) Christos had to go to the hospital – high blood pressure and cardiac arrythmia. He had been feeling off for two days, but wanted to “tough it out” – you know Greek machos: “If I ignore my problem, it will go away!”. Anyway, he called an ambulance around midnight – my brother, Yiannis and I had been out in the Plaka, and he was waiting for us to come home. The ambulance took two hours to get there – he was lying down and looked pretty bad, so we were afraid to try to get him into the car – because of his weight, it’s not easy to move or support him! When we finally got there, the doctor in the cardiology ward was angry that an ambulance had brought us – he said, ‘you called an ambulance, leaving a really sick person to die in the street?’ Great beside manner! Anyway, they did tests, gave him some meds, and eventually after several hours, came home at 6am. I had left around 4am because I was starting to get dizzy, leaving my brother and Yiannis to stay with him. We were thinking of cancelling the trip to Italy – we leave Tues morning at around 5am. He told us to go, now that he is stabilized. Yiannis is off from work these days, and so is Christina, and he can reach the doctors now that the holidays are over. Plus, our friends are on call to help. It sort of puts a damper on the trip, I have decided to go, but am uneasy. Anyway… it’s not far if I have to come home early. Joanne Stournara

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