Nach mehreren Tagen ohne funktionsfaehiges WiFi, habe ich gerade ein paar freie Stunden im Cafe (mit WiFi). Naja, um ehrlich zu sein, ich habe meinen heutigen sightseeing-trip auf die Nachmittags-/Abendstunden verschoben und mich in einen klimatisierten Raum gefluechtet.
Ich bin mir sicher, dass ich in den letzten 2 Tagen hier, in der einstigen Koenigsstadt von Anuradhapura, immer knapp an einem Sonnenstich vorbeigeschrammt bin.
Anuradhapura ist ein Touri-Muß. Es liegt im Landesinneren und war von c.a. 300 v.Chr. bis 1011 n.Chr. die Hauptstadt eines grossen (singhalesischen) Koenigsreichs.
Danach hat der Urwald die Herrschaft uebernommen.
In den Museen sind Bilder ausgestellt, wie die Gegend aussah bevor die Englaender die Stadt wiederentdeckten und zusammen mit srilankischen Moenchen u. Kulturexperten freilegten und restaurierten.
Ueberdauert haben allerdings nur die religioesen Bauten, da diese meist die Einzigen waren, die damals aus Stein gebaut wurden.
Fuer den heutigen Standardtouristen vielleicht ganz gut, denn das Gelaende umfasst allein mit ihnen schon 40 Quadratkilometer.
Das stellt selbst den groessten Wander + Kulturfan vor Herausforderungen! Deshalb hatte mir mein Hotel ein srilankisches Damenfahrrad geliehen.

Und so bin ich am Freitagmorgen wie der Aff’ auf’m Schleifstein losgeklappert.
Eigentlich wollte ich am archaeologischen Museum starten aber ich habe mich natuerlich verfahren und bin stattdessen als Erstes am heiligen Bodhibaum (Ficus religiosa) gestrandet. (Zu meiner Verteidigung: Die ganzen polizeilichen Strassensperren machten die Orientierung nicht einfacher!)
Der Bodhibaum in Anuradhapura ist ein direkter Ableger des Bodhis unter dem Buddha zur Erleuchtung gelangt sein soll. Er gilt als aeltester Baum Asiens.
Kein Wunder, dass er sich so gut haelt, bei der guten Pflege, die ihm zuteil wird!
Seine zu tief haengenden Aeste werden sogar mit Goldpfosten abgestuetzt!

Neben den kulturellen Erfreulichkeiten hatte ich in den letzten Tagen auch noch nette Begegnungen menschlicher Art.

Diese huebsche Dame hat mich angesprochen und gefragt wie mir Sri Lanka gefalle und ob sie mir die Blume schenken duerfe, die sie auf diesem Foto in der Hand haelt.
Als ich von einer Pause am Rand einer der Staubecken zurueckgelaufen bin, haben mich diese beiden Herren herangewinkt:

Sie haben mir eine dieser Fruechte (ich habe immernoch keine Ahnung was das ist) aufgehackt, mir gezeigt wie man sie ausloeffelt und sich dann per Gebaerdensprache zu diesem Foto ueberreden lassen.
Im Jeavana Museum bin ich mit einer Mitarbeiterin ins Gespraech gekommen, die mich dann spontan zum Abendessen eingeladen hat. Und auf der Weiterreise hat mir ein Ehepaar erklaert, dass meine geplante Busroute viel zu umstaendlich und unbequem ist. Sie haben mich bei ihrem eigenen Busstop mit aus dem Bus genommen, mich per TukTuk zu der Fernbushaltestelle gefahren und mich in einen klimatisierten Expressbus gesetzt.
Es gibt sie, die einfach – nur – netten Menschen!
Damit wuensche ich Euch einen guten Start in die neue Woche!