And another conversation with the kids I overheard: When one of them said something like “The moslems are trying to destroy Sri Lanka” she was immediately corrected by her parents. “It is not the moslems” they said. “It is some extremist. You know that we have moslems as friends, they don’t want to hurt anybody”.
If kids are raised like this, maybe there is hope?
A link that popped up while my google news search fits this:
https://www.newsfirst.lk/2019/04/24/a-guide-to-understanding-islamic-extremism/
Category: Allgemein
Good question
Watsela had a false alarm at her hospital for a bomb today. When we had dinner together in the evening, we were talking about it and the attacks in general.
Suddenly 8-year old Lakkika asks: “Should I actually hear about all that?”
Damn no, he shouldn’t! No child should hear about bombs and deaths and that actually humans (well, sad excuses of a human) want to do that to their fellow human beings!
Internet ist zurueck
Allerdings ist in der Zwischenzeit mein (ziemlich neuer) Lenovo in die Knie gegangen (perfektes timing!). Und so schreibe ich diesen Eintrag auf Thushans Laptop. Die sozialen Netzwerke sind weiterhin geblockt, Telegram funktioniert von Zeit zu Zeit.
Nachts gilt weiterhin die Ausgangssperre und auch tagsueber sind die Strassen nicht ganz so voll wie sonst.
Watsela rief gestern Nacht von ihrem Krankenhaus in Hambantota an, weil sie Explosionen gehoert hatte. Es stellte sich heraus, dass es wohl nur die (speziellen) Feuerwerkskoerper waren, mit denen hier die Elefanten vertrieben werden, wenn sie sich an den Feldern bedienen moechten. Aber die Terroristen haben erreicht was sie wollten: Die Menschen leben (malwieder) in einem Angstzustand.
Mittlerweile ist klar, dass es sich um islamistische Anschlaege handelte. Was die Sache irgendwie noch frustrierender macht, ist, dass bei den 8 Selbstmoerdern eine Frau dabei war und dass die meisten von ihnen wohl recht gebildet und wohlhabend waren, sogar im Ausland studiert haben. Ist natuerlich eigentlich Quatsch aber man hat doch irgendwie immernoch die Hoffnung, dass Bildung, Wohlstand und der friedliche Kontakt mit anderen Kulturen Menschen davor bewahren, zu geistesgestoerten Fanatikern zu werden.
Es sind jetzt ziemlich viele Verdaechtige in Haft (58, glaube ich).
Ich habe so meine Zweifel ob die alle mit den Anschlaegen zu tun haben. Als ich vorgestern Thushan gefragt habe, ob die Schiessereien und Festnahmen, die am Sonntag abend ein paar Orte weiter statt fanden jetzt mit Drogen oder mit den Anschlaegen zu tun hatten, hat er die Frage erst gar nicht verstanden. Ich erklaerte, dass es ja verschiedene Gruende gaebe bei einer Razia auf die Polizei zu schiessen. Da hat er mich ausgelacht. Wenn man nach Bombenanschlaegen auf die Polizei schiesst, hat man etwas mit den Anschlaegen zu tun. Punkt.
So einfach ist das hier.
The day after
After a short night, there are not much news so far. The workers in Thushans garden had to stay over night because of the curfew but that was lifted this morning. Watsela did not have to rush to the hospital. As a pulmonologist she could only assist in emergency actions and they seem to have enough people for that. She also said there were enough blood donations (The only thing I could have helped with).
Obviously there is no school for the kids.
I think the family hopes that no news are good news. The closest friends and family were in contact via phone yesterday and if somebody else they know was hurt, they would have heard about it by now.
Ein Artikel, der auch erwähnt warum die sozialen Medien geschlossen wurden (und immernoch sind), findet sich hier:
http://www.pipeline.de/www/pipe_39_111699961-1-79417_Oster-Anschlaege-wecken-in-Sri-Lanka-Erinnerungen.html?PIPID=57e6a5032b4a1bb93c8b84cb00200c68
Ansonsten gibt es “nur” die traurige Neuigkeit, daß die Todeszahlen wohl nocheinmal nach oben korrigiert wurden (290). Man erzählt mir die ganze Zeit wieviele Ausländer es getroffen hat und daß keine Deutschen dabei seien. Doch das ist ja irgendwie weder ein Trost, noch finde ich die Nationalität der Opfer relevant.
Update
00:40h
My computer shut down for a while too. It’s back now (evidently) but there will be no news until tomorrow. So I will go to bed and you should do the same 😉
Have a snug night everybody!
20:44h
I will try if this post will actually go through. The internet connection had been very bad yesterday already, because Thushans kids used all the data volume on YouTube 😉
But now it’s even worse and all the social networks (including WhatsApp, Telegram, Skype, Viber,…) are closed down.
By now you probably all saw/heard the sad news.
8 locations in Sri Lanka suffered from bomb attacks, all of them close to the capital Colombo.
207 lives are to mourn, amongst them a former teacher of Watsela with her family.
Panadura, the town where Thushans family lives, was not affected.
Rumour has it, there was a big police operation two towns further south from Panadura right after the attacks. Apparently, some guys, connected to the drug-mafia, have been arrested after an exchange of fire.
Understandably the information is coming in unfiltered and the exchange is hindered by the said network-blocking and a curfew that is in place.
11:23h
Mittlerweile haben wohl alle von den Anschlägen in Colombo und den anderen Städten gehört oder gelesen. 3 Kirchen und 3 Luxushotels in Sri Lanka wurden bombardiert.
Die Infos über Tote und Verletzte sind schnell von 40 und 100 auf 130 und 500 hochgesetzt worden.
Über die Hintergründe wird (zumindest hier) noch geforscht. Es gab wohl im Vorfeld eine Warnung des Sicherheitsministeriums, dass irgendetwas geplant ist aber es waren keine Details bekannt.
Man kann an den bei der Nachricht erschrocken ausgetauschten Blicken der Erwachsene sehen, dass sie sofort die Erinnerung an die Kriegszeiten vor Augen haben. Entsprechend wird auch gleich gefragt ob die Tamil Tigers zurück sein könnten. Diese Terroristengruppe löste 1983 einen 30jährigen Bürgerkrieg in Sri Lanka aus, der als einer der brutalsten Kriege in Südostasien gilt. Doch diese „tamilische Befreiungsarmee“ würde wohl eher öffentliche Plätze und Gebäude angreifen als Kirchen und Hotels. Die momentane Vermutung ist daher, dass Drogenkartelle Angst und Schrecken verbreiten, ihre Macht demonstrieren und das Land ökonomisch schädigen wollen. Das Oberhaupt der christlichen Kirchen hier hatte sich kürzlich sehr hart gegen alle Art von Drogen ausgesprochen und brutale Maßnahmen gegen alle Menschen, die irgendwie mit diesen zu tun haben empfohlen. Damit unterstützen die Kirchen den aggressiven Kurs der Regierung, die einem schon am Flughafen mitteilt, dass der Besitz von Drogen mit der Todesstrafe geahndet wird. Es wird gemunkelt, dass die Anschläge als ein Vergeltungsakt und Statement gesehen werden können.
Erstaunlich ist, dass, während all dies im Land noch diskutiert wird, das (westliche) Ausland bereits beschlossen hat, dass es sich um ein muslimisches Selbstmordattentat handelt.
Auch wenn dies natürlich nicht auszuschließen ist, ist das Feindbild der nicht betroffenen Länder wesentlich klarer als das des attackierten Landes selbst.