Heute hab ich Thushan zu einem Vortrag bei einem Fischzuchtverein im 50km entfernten Galle begleitet.
Nach dessen monatlichem Treffen, sollte Thushan etwas zur Vererbung von optischen Merkmalen, den Mendelschen Regeln und ihrer praktischen Anwendung erzählen.
Schwere Kost für Leute, deren Biounterricht schon eine Weile her ist (ein paar Anwesende sind dann auch kurz weggenickt;-)!
Ich selbst habe versucht schlau auszusehen, da ich wie immer unter Beobachtung stand (um nicht zu sagen angestarrt wurde). Natürlich hab ich eigentlich nur singhale-singhale-rezessiv-singhale-F1 Generation-singhale-singhale verstanden. Aber ich hab zumindest mal den besten Stuhl und eine Flasche Wasser bekommen 😉
Sri Lanka exportiert pro Jahr Aquariumfische im Wert von ca. 15 Millionen Dollar. 3% der Zierfische, die auf dem Weltmarkt so gehandelt werden, kommen von hiesigen Züchtern.
Diese Tradition und ihr Potential versucht auch das Turtle Conservation Project bei seiner Arbeit zu nutzen. In den Gründungszeiten der Organisation war es, wie vielerorts, üblich nicht nur Meeresschildkröten selbst, sondern auch ihre Eier zu konsumieren.
(Die Turtler unter Euch kennen das, überspringt einfach diesen Absatz)
Der Verkauf dieser Produkte sicherte den Lebensunterhalt vieler Dorffamilien. Leider überstieg die Nachfrage wie so oft, irgendwann die Erneuerungsrate. Meeresschildkröten brauchen 20-30 Jahre bis sie zum ersten Mal Eier legen! Es kommt also nicht so schnell “Nachschub” und jedes getötete erwachsene Tier braucht lange um “ersetzt” zu werden. Und so waren irgendwann alle in Sri Lanka nistenden Meeresschildkrötenarten vom Aussterben bedroht.
Das folgende Verbot jeglicher Nutzung von Schildkröten(produkten) war da natürlich grundsätzlich eine gute Sache, hilft aber nicht viel, wenn dadurch sowieso schon am Existenzminimum lebende Menschen ihres Einkommens beraubt werden. Das Turtle Conservation Project (TCP) hat daher eingeworbene Stiftungsgelder genutzt, um den Nestplünderern Schulungen in Zierfischzucht anzubieten, Zuchtbecken und Sauerstofftanks zu kaufen und die ersten Zuchtversuche zu begleiten. Da bei Anfängern die ersten Zuchterfolge “qualitativ” noch nicht gleich gut genug für den professionellen Markt sind, kaufte TCP die ersten Ergebnisse auf. Damit blieb das Überleben der entsprechenden Züchter auch in der Anfangszeit gesichert und die Motivation weiter zu machen, fiel nicht einer Erstenttäuschung zum Opfer.
Auch das aktuelle Projekt von TCP bietet diese Einkommensmöglichkeit als Alternative zu (Dynamit-) Fischerei und Mangrovenwaldrodung an.
Thushan hat mittlerweile eine eigene kleine Exportfirma gegründet, damit er seine eigenen Fische und die der (ehemaligen) Projektteilnehmer ohne Zwischenhändler international verkaufen kann. Hier ein paar Exemplare aus seiner Zucht. Man beachte die kreativen Namen der gezüchteten Variationen. Einige der Zuchtergebnisse würden in Deutschland allerdings unter den §11 des Tierschutzgesetzes fallen.
Unten eine größere Zucht einer der Zuhörer aus Thushans Vortrag. Er hat das Bewässerungssystem seiner Kokosplantage einem weiteren Nutzen zugeführt.












